Das Weinanbaugebiet Rheingau

Einer liebenswürdigen Laune der Natur verdankt der Rheingau seinen Weltruf. Nur hier hat auf seiner tausend Kilometer langen Strecke der Rhein für kurze Zeit seine Hauptrichtung in Ost-West verändert, um dem Rheingaugebirge aus dem Weg zu gehen. Das schenkt den Hängen bei voller Südeinstrahlung die notwendige Sonnenwärme. Dazu kommen die reflektierende Wasseroberfläche des Rheines, der zugleich als Feuchtigkeits- und Wärmespeicher fungiert und als geologisch-mineralische Beschaffenheit des Bodens. Hier findet vor allem die Königin unter den Weißweinen, die Rieslingtraube, ideale Vegetationsmöglichkeiten und ist mitverantwortlich dafür, dass es wohl keine zweite Weinbauregion auf Erden gibt, die so viele Weingüter mit Weltruf auf so engem Raum wie dem Rheingau versammelt.

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Unsere Weine im Brunnenstübchen

Rheingauer Riesling

Riesling wird leicht unterschätzt, denn die Rebsorte steht nicht nur für langlebige Weine, sondern kann vor allem exakt die Charakteristik der Weinbergslage zum Ausdruck bringen, ohne dabei ihre eigene Typizität zu verleugnen. Riesling bleibt immer authentisch! Und obwohl sich der Riesling weltweit einer gewissen Beliebtheit erfreut, passt die Rebsorte nicht in das Bild der globalen Weinwelt mit den standardisierten Geschmackstypen und den kopierbaren Stilistiken.
Riesling ist anders. Es ist eine einfallsreiche Rebsorte und erlaubt eine Vielfalt an Stilen. Mit ihrer einzigartigen Kombinationen aus Säure und Extrakt überrascht sie immer wieder mit neuen Varianten und Finessen, welche mit dem Aromenreichtum spielen und dabei alle Süßegrade von knochentrocken bis edelsüß auskosten.
Doch die Rebsorte zeigt sich in ihrer ganzen Größe nur dem, der sich nicht mit dem ersten Schluck zufrieden gibt, denn Kosten ist zu wenig. Riesling will ganz ausgekostet werden. Er ist wie ein gutes Buch, das man aufmerksam lesen muss, manchmal zweimal und zwischen den Zeilen, um alles zu verstehen: Die Feinheiten, die Struktur und das harmonische Zusammenspiel der Aromen.
Die Stärke des Rieslings liegt in dieser herausfordernden Begegnung mit feinen und eleganten Nuancen, in der geschmacklichen Auseinandersetzung mit dem Facettenreichtum von zitrusartigen bis süßen Honig-Aromen. Dazu kommt das fast tänzerische Spiel der recht pikanten und prononcierten Säure, die die Finesse und die Brillianz zum Vorschein bringt. Das Widersprüchliche in seinem Charakter ist die konstante Vielfältigkeit, jener Spielraum, den der Riesling in seiner langen Vegetations- und Reifephase zulässt. Darin liegt sicherlich ein Grund für den Riesling-Mythos, den die Rebsorte zweifelsohne umgibt. Denn sicher ist, dass keine andere weiße Rebsorte dem Verbraucher die Chance bietet, in einem reinsortigen Wein diese Vielfalt an geschmacklichen Facetten zu entdecken und zu erleben.

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Rheingauer Spätburgunder

Er zählt zu den ältesten Kulturreben der Menschheit und wurde wahrscheinlich bereits vor 2000 Jahren aus Wildreben selektioniert. Trotz seines Alters gehört der Spätburgunder nicht zu den omnipräsenten Rebsorten, er macht sich rar, ist kapriziös, verlangt viel Aufmerksamkeit und stellt Anforderungen, vor allem an Boden und Kellertechnik. Beides zusammen ist für den Winzer eine schwierige Herausforderung. Dennoch übt gerade diese Rebsorte – deren kultivierte Ursprünge im Burgund liegen – eine besondere Faszination auf Winzer und Verbraucher aus. Ein Spätburgunder im Glas ist immer etwas Besonderes, vor allem dann, wenn er aus dem Rheingau kommt.
Der Spätburgunder taucht heute in vielen Rheingauer Weinbergen von Hochheim bis Lorchhausen auf, aber seine traditionsreiche Heimat im Rieslingland Rheingau sind die steilen Schieferwände hinter den Dächern des kleinen Weinortes Assmannshausen.
Von den Eberbacher Zisterziensern angelegt, wächst im weltberühmten Assmannshäuser Höllenberg ein höllisch guter Spätburgunder. Schon vor mehr als 500 Jahren erstmals erwähnt, sind die roten Rheingauer bis heute im Gespräch geblieben. Dazu haben in den vergangenen Jahren immer mehr ambitionierte Winzer mit Hilfe von Ertragsreduzierung, längeren Maischzeiten und einem gekonnten Ausbau im großen Holzfass oder in kleinen Barriquefässern dem Assmannshäuser zu weiterem Ruhm verholfen und den Platz der Rheingauer Spätburgunder unter den besten deutschen Rotweinen gefestigt.

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Merkmale unserer Weine

Die Steillagen Weinberge können nur von Hand bearbeitet werden, da das Gefälle mit bis zu 45 Grad Neigung zu steil für Hilfsmaschinen ist. Geprägt sind unsere Rauenthaler Hänge durch grobboden- und lösslehmreiche Schuttdecken aus Phylittgestein. Diese Böden sind sehr mineralreich aber auch sehr trocken, da sie Wasser nur begrenzt aufnehmen können. Zwar sind die Standorte aufgrund der Höhenlage tendenziell kühler und feuchter als die des tieferen Rheingaus, jedoch erwärmen sich diese Böden schneller, denn zwischen dem groben Gestein kann erwärmte Luft gut zirkulieren. Dies fördert die Entwicklung der Rebe und sorgt für eine hervorragende Reife der Traube. Die steile Lage sorgt zudem dafür, dass fast alle Trauben sehr lange dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, was sich maßgeblich auf die Qualität des Weines auswirkt.

Weinen aus älteren Rebstöcken wird oft eine potenziell höhere Qualität zugesprochen als solchen, die aus jüngeren Rebbeständen stammen. Der Grund ist unter anderem ein mit der Zeit reduzierter Fruchtansatz bei gleichzeitig stärker ausgeprägtem Wurzelwerk, was eine Verteilung von mehr Nährstoffen und Zucker auf weniger Beeren bedingt.

Nach dem reformierten Weinrecht von 1971 ist Wein in Deutschland in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt. Welche dieser Stufen ein Wein erhält, entscheidet sich in erster Linie nach den Oechslegraden des zugrunde liegenden Mostes, deren Mindestwerte je nach Rebsorte bzw. Anbaugebiet etwas schwanken. Die Einteilung sieht folgende Stufen vor:
Wein (früher Tafelwein), Landwein, Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA), Prädikatswein – Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein, Trockenbeerenauslese.

Offiziell wird der Status eines Qualitätsweines durch die Erteilung einer amtlichen Prüfnummer, der eine Prüfung der chemischen, physikalischen und sensorischen Eigenschaften vorausgeht. Für Prädikatsweine gelten zusätzliche Vorgaben, wie die strengere Regelung bezüglich des natürlichen Zuckergehalts und des allgemeinen Reifegrades der Traube. Einen Sonderfall stellen die zwei gehobenen Qualitätsweine mit den Zusatzbezeichnungen „Classic“ und „Selection“ dar, die ebenfalls strengere Vorgaben zu erfüllen haben, aber noch keine Prädikatsweine sind.